V 7_2.1
Thema: Stärkenachweis – experimentieren oder ansehen

zurück zur Übersicht: Versuche (V) Kapitel 2                                                                                                                                                         siehe: Haftungsausschluss

Material:
9 Petrischalenunterteile, Messzylinder (100 mL), Becherglas (300 mL / Abfallsammelgefäß), Teelöffel, Tropfpipette, 6 Holzstäbchen, Schutzbrille

Lebensmittel:
Weizenmehl, Maismehl, Kartoffelmehl, Puddingpulver (hell), geriebener Apfel, gemuste Banane, Brot, Fleischwurstscheibe

Chemikalien:
Wasser, Kaliumiodidlösung (Lugolsche Lsg.)
Schutzbrille aufsetzen
⇒ Nur die angegebenen Chemikalien-Mengen nutzen
Stärkenachweis Aetz- oder Reizwirkung image description

Vorarbeiten:
Die Petrischalenunterteile werden von 1 – 9 beschriftet.
Banane musen, Apfel reiben, Brot und Fleischwurstscheibe in jeweils ca. 1×1 cm Stücke schneiden.
Von jeder der 8 Proben wird ca. die Menge eines halben gestrichenen Teelöffels* in jeweils ein Petrischalenunterteil gegeben.
(Der Materialeinsatz lässt sich übrigens reduzieren, wenn 2 Proben an die gegenüberliegenden Ränder eines Petrischalenunterteils gegeben werden.)

*Teelöffel für jede weitere Probe abwaschen und abtrocknen!

In das neunte Petrischalenunterteil werden 10 Tropfen Leitungswasser gegeben.

Durchführung:
Notiere die Farbe der Kaliumiodidlösung.

In jeden Probenansatz werden mit der Tropfpipette 5 Tropfen Kaliumiodidlösung gegeben. Mit einem Holzstäbchen* wird jedes Gemisch nochmals vorsichtig durchgerührt.
*Neue Holzstäbchen benutzen!

Die Farbe jeder Probe wird notiert.

Beobachtung:

Bgl. Nr. Weizen
Nr. 1
Mais
Nr. 2
Kartoffel
Nr. 3
Pudding-
pulver

Nr. 4
Apfel
Nr. 5
Banane
Nr. 6
Brot
Nr. 7
Fleisch-
wurst
Nr. 8
Wasser
Nr. 9
Farbe

Anschließend wird ein Ergebnis formuliert.

Nach der Beobachtung wird der Inhalt der Petrischalen in das Sammelgefäß gegeben.

Ergebnis:
Hilfe für die Ergebnisformulierung:
Mit Iod-Kaliumiodidlösung (braune Färbung) kann Stärke in Lebensmitteln nachgewiesen werden. Bei Anwesenheit von Stärke wird eine bläuliche, manchmal auch violette Färbung sichtbar.

Fehlerdiskussion:

 

Entsorgung:
Die mit Kaliumiodidlösung untersuchten Proben werden im anorganischen Abfall entsorgt.


 

IconAufgabe
  1. Erkläre die Bedeutung des Versuchsansatzes Nr. 9 .
  2. Stärke besteht aus zwei Molekülarten: Amylose und Amylopektin.
    In erster Linie ist es die Amylose, die sich durch Einlagerung von Iod-Ionen in die Helixstruktur blau färbt. Die Blaufärbung der Amylose beruht darauf, dass sich durch die Einlagerung der Iod-Ionen in der Helix die Lichtabsorption ändert, es wird vermehrt langwelliges Licht absorbiert.
    Begründe, warum man dann die Farbe „Blau“ wahrnimmt.
    Das Amylopektin zeigt dagegen eher eine rötlich-violette Färbung.
    Stelle eine Hypothese dazu auf, warum die Blaufärbung nicht bei Amylopektin auftritt. Eine Hilfe dazu findest du in dem Arbeitsmaterial AB 1_2.1 „Kohlenhydrate genauer betrachtet.
  3. Das Erhitzen bzw. Abkühlen eines Gemisches von Iod-Lösung und Stärke ist mit einer Entfärbung bzw. Färbung verbunden. Begründe diese Erscheinungen.
Icon_Film Der folgende Film hilft dir, die Frage aus Nr.3 zu beantworten.
https://www.youtube.com/watch?v=xk0YKs8vmUU
Quelle: YoutubeAnmerkung: Im Film wird statt Kaliumiodid Natriumiodid verwendet. Dieser Unterschied ist für die zu beobachtende Reaktion und die Sicherheitsbeurteilungen nicht von Bedeutung.

 

Lösungen zu 1., 2. u. 3.:

  1. Es handelt sich um einen Kontrollversuch.
  2. Man sieht immer die Farbe(n), die vom Gegenstand reflektiert wird(werden). Da langwelliges Licht absorbiert wird (Farbe: rot), wird kurzwelligere Strahlung des sichtbaren Lichtes (Farbe: blau) reflektiert.Da Amylopektin keine Helixstruktur aufweist, kommt es nicht zu dieser Farbwahrnehmung.
  3. Durch das Erhitzen werden die Iod-Ionen aus der Helix herausgelöst und der Grund für das Wahrnehmen der blauen Farbe ist nicht mehr gegeben. Beim Abkühlen erfolgt eine erneute Einlagerung der Iod-Ionen in die Helix.

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